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Mit Schirm, Creme und Schatten

Kinderhaut ist viel empfindlicher als die Haut von Erwachsenen. Schon 10 Minuten ungeschütztes Sonnenbaden reichen aus, damit sich ein Sonnenbrand bildet! Viele Sonnenbrände erhöhen wiederum das Risiko, später einen Hautkrebs zu entwickeln. Doch was schützt Kinderhaut am besten vor Sonnenschäden?

Babys: Schatten und Vitamin D

Am stärksten gefährdet durch UV-Strahlen sind die Allerkleinsten, warnt Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit. Für Babys gelten deshalb folgende Vorsichtsmaßnahmen:

  • Im ersten Lebensjahr dürfen Babys sich nur im Schatten aufhalten.
  • Auch im Schatten soll die zarte Haut mit langärmeligen Hemdchen und Sonnenhut mit breiter Krempe geschützt werden.
  • Wird Sonnencreme verwendet, sollte sie den Lichtschutzfaktor 50 aufweisen und für empfindliche Babyhaut geeignet sein.

Solch ein intensiver Sonnenschutz hat allerdings auch seine Kehrseite: Fehlen Sonnenstrahlen auf der Haut, wird auch die Bildung von Vitamin D in der Haut verhindert. Aus diesem Grund benötigen Babys ab der ersten Lebenswoche bis zum zweiten erlebten Frühsommer zusätzlich zu Muttermilch oder Säuglingsnahrung täglich 400 bis 500 Einheiten Vitamin D-3 als Tropfen oder Tabletten, betont der Kinderarzt.

10 Gramm Creme für ein Vorschulkind

In Deutschland strahlt die Sonne von Mai bis Ende Juli am stärksten. In diesen Monaten sollten sich Kinder in der Zeit von 11 und 15 Uhr gar nicht in der Sonne aufhalten. Davor und danach benötigen sie eine Sonnencreme mit dem Lichtschutzfaktor 30. Beim Eincremen ist zu beachten:

  • Alle unbedeckten Körperteile wie Hände, Füße, Gesicht und Nacken einreiben!
  • Für kleine Kinder empfehlen sich Sonnenschutzmittel auf der Basis von Zinkoxid oder Titanoxid, diese Pigmente sind für zarte Kinderhaut verträglicher als chemische Lichtschutzmittel.
  • Nicht sparen bei der Sonnencreme: Für ein fünfjähriges Kind braucht man etwa 10 Gramm Sonnencreme, um den ganzen Körper zu schützen.

Auf die richtige Kleidung achten

  • Neben Sonnencreme und Schatten bieten auch Textilien Schutz vor schädlichen UV-Strahlen. Doch Stoff ist nicht gleich Stoff in Sachen Sonnenschutz:
  • Dicht gewobene Baumwoll-T-Shirts bieten einen Lichtschutzfaktor von etwa 20, leichte Baumwollbekleidung dagegen nur von 2 bis 10.
  • Dunkle Kleidung schützt mehr als helle und weite mehr als enge Kleidung.
  • Unabdingbar ist ein Sonnenhut, am besten mit Gesichts- und Nackenschutz oder breiter Krempe. Ob Plantschbecken, Sandkasten oder Wanderung – passende Kopfbedeckungen müssen überall aufgesetzt werden.

Nicht übertreiben

Bei aller Sorge um die zarte Kinderhaut dürfen Eltern jedoch nicht übertreiben und ihre Sprösslinge gänzlich von der Sonne fernhalten, betont der Kinderarzt. Bewegung im Freien ist fundamental für die kindliche Entwicklung. Um von den Vorteilen von frischer Luft und Sonne zu profitieren, sollten sie deshalb täglich mindestens eine halbe Stunde unter freiem Himmel verbringen – natürlich mit dem erforderlichen Sonnenschutz.

Quelle: www.kindergesundheit.de

Autor: Dr. med. Sonja Kempinski